De Retematäng  

In vielen Geschichten und Liedern wird die "Retematäng" genannt. Doch kaum einer weis, was das Wort eigentlich bedeutet. Bekannt wurde der Ausdruck durch den Düsseldorfer Mundartkomponisten Jupp Schäfer, der die "Retematäng" in den bekannten Liedern "Die Ritter von de Ritterstroß" und "Mer sind us de Aldestadt, us de Retematäng" komponierte. Überliefert ist jedenfalls, dass die Retematäng ein Straßenzug in der Düsseldorfer Altstadt war/ist. Doch wo genau, dat wiss ki Mensch...

Et jütt vill Dönnekes över de "Retematäng", ever kinner wiss jenau, woher dat Wort stammt.
En bekannte Mähr will ich´ens mo verzälle:

Als damols, achzehnhunderzwölf erum,

dä Franzosekaiser Napolium,

Fröhmorjens, met Mann on Ross on Ware,

koom dörch die Ratingerstroß jefahre,

do hadden schonn zwanzig Wirtschafte op.                   

Dat wollt´ so ´nem Jrenadier nit en dr Kopp.

Hä klätschten bejeistert en de Häng -

on reef op französisch: "Rue de Matäng!" (Straße des Morgens)

On so ö paar Blare,

Zweche die Päds on zwesche die Ware,

frochten neujierisch dem Kniepmeiers Schäng:

"Wat hät he jesaat?"

Do säht dä:" Retematäng".

Ob das nun wirklich so war? Ich weiss es nicht, aber die Geschichte gefällt mir.

 

         

         

 

 

       Killepitsch (der fein herbe Kräuterlikör aus Düsseldorf)           

Es war im letzten Krieg. - Die beiden alten Freunde hockten mal wieder, wie so oft, im Luftschutzkeller, während draussen die "Bömbchen" fielen. "Du", meinte der Willi, "wenn dat so wider jeht, dann donnt`se ons he och noch kille". "Äwwer nit Willi, eh mer zwei noch ne Leckere jepitscht hant", sagte Hans Müller Schlösser. Darauf Willi: "Wie solle mer denn eene pitsche, wemmer keene Schabau mieh hant". Hans erstaunt:"Wie - keene Schabau mieh, du mäckst doch selwer Schabau!" Willi: "Hans, wovon denn, wenn se ons keene Alkohol mieh zodeele? Ech sach dech bloss ens Hans, komme meer he heil erus, dat se ons nit kille, dann brauch ech dech ö Schabäuke, do kannste de Zong noh lecke, dann dommer eene pitsche - on dä kannste dann von mech us Killepitsch nenne!"

So wurde zwar der Name "Killepitsch" geboren - aber noch nicht "dat leckere Schabäuke". Erst im Jahre 1955 war es dann so weit, als im Herzen der Altstadt, auf der Flinger Strasse "Et Kabüffke", die kleine Probierstube mit der grossen Auswahl eröffnet wurde.

Am Eröffnungsabend stupste Hans Müller-Schlösser seinen Freund Willi an und knurrte: "Du, wie es dat eijentlich met de Killepitsch jewode? Dä häste bestemmt verjesse". "Och enä", säht drob dr Willi, "nix verjesse, de es längs fädig, dä kannste direkt mol probeere, he hesse - prost Killepitsch!" "Hm", schmunzelte Hans Müller-Schlösser, "dä rücht äwwer lecker, dä rücht wie ne janze Kräuterjade, kräftisch, nit eso schlabberisch, nit zo better. On ech jlöv, de es och prima för dr Mare. De deht mech joht".

Und diese Erfahrung haben seitdem viele alte und neue Düsseldorfer gemacht. Die Altstadt und der Killepitsch gehören zusammen.

 

 

 

  Wie die KÖ zu ihrem Namen kam....

Et wor im Jahre 1848, als sich dä König Friedrich Wilhelm IV för ne Besööck anjemeldet hät. Do hieß die Strooß noch "Kastanienallee".

De Allee wood natürlich schön jeschmückt, un tausende Besucher winktem demm Künnich zo. Doch plötzlich flojen Päädsäppel (Pferdeäpfel...) dörch de Luft un trofe de Majestät! Wat wor do loss!! En helle Aufrejung, wie man sich denke kann. Fröher wor dat jo mit demm Adel no noch so'n Sache... Ob dat jetz en politische Meinung wor, dat he nur Driss verzapt, oder ne einfache Jungenstreich - dat wiss bis hütt kinner. Un die Jeschichte wor noch lang nit vorbej, so dass die Düsseldorfer beschlossen, als Widerjutmachung sozusagen, de Kastanienalle 1851 in Königsallee ömzoduuve.. Als KÖ is die Strooß mittlerweile weltberühmt un eines der Wahrzeichen Düsseldorfs. DIE Prachtmeile der düüren Boutiquen un angere Jeschäfte.

So kütt dat och, dat Düsseldorf im Aujust 2001 die weltbekannte KÖ zum 150. Jeburtstach feiert, obwohl et die Strooß jo vill länger jütt.

 

 

Schneider Wibbel

Es spielt zur Zeit der französischen Besetzung Düsseldorfs ( Rätematäng Zeit ). Schneider Wibbel ein angesehener Handwerksmeister in der Altstadt der gerne einen zu sich nahm. Wenn er genug intus hatte schimpfte er mit wachsender Begeisterung gegen die Besatzer was ihm letztendlich zum Verhängnis wurde. Er wurde zu x Tagen Kaschott ( Gefängnis ) verurteilt. Nun wollte er aber die Strafe nicht absitzen und überredete seinen Gesellen gegen ein Entgeld für ihn die Strafe anzutreten. Was er auch tat. Während der Haft verstarb nun der Geselle wer ja eigentlich der Schneider Wibbel war. Am Tag der Beerdigung zog der Leichenzug durch die Altstadt zum Friedhof, Schneider Wibbel und seine Frau standen hinter den Gardienen und beobachteten den Trauerzug. Jetzt der bekannte Ausspruch Schneider Wibbels ( ähnlich wie "dat iss en Dampfmaschien" ) :"nä wat bin ich doch en schöne Leich".

Diese Geschichte wurde seinerzeit mit Heinz Rühmann verfilmt und kurzerhand nach Köln(!) verlegt. Man meinte wohl, dass die rheinische Art besser den Kölnern zu Gesicht stände und man den Düsseldorfern dies nicht zutraute. Heute kann man das Glockenspiel zum Andenken des Schneider Wibbel in der berühmten Schneider-Wibbel-Gasse in der Düsseldorfer Altstadt bewundern.

 

 

 

                                                               

         

De Radschläger                                                                                  

Früher, also ganz Früher..., gingen einige Kinder auf die KÖ (Kurzwort für die weltbekannte Königsallee) und in die Altstadt, um sich dort ein Zubrot zu verdienen. Es waren harte Zeiten. Das Geld war knapp und es gab wenig zu essen.

Sie sprachen die Passanten an, die an besagten Orten flanierten und baten mit dem Spruch: "Für´ne Pennig schlach ich et Rad!" um eine kleine Gabe. Die Spaziergänger waren die etwas besser betuchteren, bzw. die nicht ganz Armen und konnten es sich leisten, eine milde Gabe zu reichen. Da die Kinder damit solch großen Erfolg hatten, kamen nach und nach immer mehr Kinder dazu, so dass man an fast jeder Ecke einen "Radschläger" fand.

Somit wurde das Radschlagen in Düsseldorf über dessen Grenzen bekannt.

Es gibt aber auch Geschichten, die weit in die Zeit vor der KÖ verweisen. Schon zu Jan Wellem´s Zeiten (Barock) sollen Kinder in alten Wagenrädern die Straßen entlanggerollt sein. Vielleicht kommt auch daher der Begriff "Radschlagen". Aber so ist das nun mal mit Überlieferungen: Keiner weiß so richtig, wie es wirklich entstanden ist.

                                          Kanaldeckel auf der Kö

                
Düsseldorf vs Köln - die Unterschiede  
                    (aus dem DEG-Forum von Wolla)

Der Karnevalslieder Thread hat mich veranlasst, aus meiner Sicht als echter Düsseldorfer, der aber gute diplomatische und sonstige Beziehungen zu Köln pflegt meinen Senf dazu zugeben. Natürlich Löwensenf .

Die Städte sind verschieden, die Mentalität ist jedoch ähnlich.

Historie: Woher kommt die Rivalität ? Schlacht von Worringen ? Nein, viel später!! Nicht die Schlacht von Worringen im Jahre 1288 ist der Grund für die Rivalität zwischen den beiden Städten. Ca. im Jahre 1840 merkte man im Rat der Stadt Köln und in der Kölner Kaufmannschaft, dass die junge und aufstrebende Stadt Düsseldorf der Stadt Köln immer mehr den Rang ablief, besonders auf wirtschaftlicher Ebene. Dies führte dazu, dass Düsseldorf mit Spottliedern überzogen wurde, zuerst innerhalb Kölns, später auch unterstützt durch moderne Medien wie Rundfunk/Fernsehn und besonders den WDR mit Sitz in Köln, wurde das Bild des neureichen und arroganten Düsseldorfer mehr oder weniger offen forciert. Dies hatte in erster Linie wirtschaftliche Gründe. Was man in Köln gar nicht haben konnte, war die Tatsache, dass Düsseldorf und nicht Köln Landeshauptstadt wurde. Hier war viel Neid im Spiel. Ich habe dies nur sehr grob dargestellt, hierüber gibt es sogar einschlägige Literatur.

Die Unterschiede:

Köln = ca. 900.000 Einwohne
Düsseldorf = unter 600. 000 Einwohner

Das heisst es gibt schon mal quantitativ mehr Kölner als Düsseldorfer. Daher ist es in Köln auch einfacher Traditionen wie Karneval und Mundart zu pflegen, obwohl dies in einigen Stadtteilen Köln (Ehrenfeld) auch immer schwieriger wird, die Eingeborenen sind natürlich auch offener für Lokalpatriotismus etc.

Die Struktur der Städte:

Köln ist traditionell eher eine Arbeiterstadt als Düsseldorf, natürlich gibt es in Düsseldorf auch Henkel etc., Köln hat aber eben Ford, früher KHD um nur wenige zu nennen.
Natürlich hat Köln auch Verwaltung,aber Düsseldorf als Landeshauptstadt hat eben mehr Verwaltung, ausserdem zieht die Landeshauptstadt auch mehr Verwaltung aus der Wirtschaft an, Düsseldorf war mal die Jazz Hauptstadt Deutschlands in den 50ger/60iger Jahren, Düsseldorf hatte einen hohen Stellenwert in der Kunstszene durch die Akademie, in Düsseldorf siedelte sich die Modebranche an mit der grössten Modemesse der Welt IGEDO. Düsseldorf ist mittlerweile das Zentrum der Telekommunikation in Deutschland und Düsseldorf war eben eher eine Handelsstadt.

Also weniger Blaumandichte in Düsseldorf, daher mehr weisse Krägen und Krawatten und chice Sachen (Modebranche), dazu noch unsere KÖ, da lässt sich das Märchen von den arroganten Düsseldorfer, falls es überhaupt welche sind (Erwin ist z.B. auch keiner) leicht transportieren.

Zur Musikszene:

Klar, was Mundart und Karneval, sorry Fastelovend, angeht ist Köln sicherlich nicht zu toppen. Man redet in Köln nicht umsonst von einer Karnevalsindustrie und es kommt nicht von ungefähr, dass eine Band wie Brings, an sich ja eine prima Rockband, mittlerweile den Erfolg eher im Karneval hat, als in ihrem "normalen" Geschäft.
Dies wurde natürlich auch unterstützt durch die Plattenfirma EMI, auch in Kölm ansässig, die lokale Künstler gepusht hat, diesen Vorteil hatte man in Düsseldorf eben nicht, das in Kombination mit dem WDR (Rundfunk und Fernsehn) war eine starke Kombination.

In der internationalen Musikszene sieht es immer noch anders aus, da werden KRAFTWERK in vielen Bereichen und von vielen Künstlern (David Bowie u.a.) immer noch als DER wichtige Einfluss bezeichnet, hier kann Köln nicht mitthalten, Can z.B. spielte international nicht annähernd eine solche Rolle. Desweiteren wären noch NEU zu nennen, die international in gewissen Sparten auch einen hervorragenden Ruf haben.
BAP und DTH halten sich in etwa die Waage, obwohl DTH in den letzten Jahren etwas davongezogen sind.

Die Mentalität ist m.E. unter den echten Kölnern und den echten Düssis recht ähnlich und Vorurteile werden am besten durch gegenseitiges Überschreiten der Kulturgrenzen abgebaut, so wäre mein Schatz Katja mittlerweile als echt Kölsches Mädscher glatt im Stande nach Düsseldorf zu ziehen. Mann was hatte die Vorurteile, die jetzt aber nicht mehr bestehen.
Wenn es Düsseldorf nicht gäbe, könnte ich mir auch vorstellen in Köln zu leben. Aber es gibt Düsseldorf und Köln ist nah. Würde Köln in jedem Falle aber Frankfurt, Stuttgart, München vorziehen!!

Architektonisch finde ich Düsseldorf wesentlich schöner, aber das ist eine Geschmackssache. Meiner Erfahrung nach finden Gäste aus anderen Ländern Düsseldorf fast immer städtebaulich schöner. OK, vielleicht sollte ich ihnen in Köln nicht immer nur Kalk und Ehrenfeld zeigen

Die Geschichte mit den "kölschen Fründen, die immer zusammenstehen": sorry, das klingt romantisch ist aber gemäss Katja und mindestens AsH (den erwähne ich weil ihr ihn kennt) ein Märchen, um nicht zu sagen Heuchelei, da es aber für Köln sehr imagefordernd ist, widerspricht man dem aber in Köln eher nicht .
In Düsseldorf haben mir meine Freunde geholfen, in Köln haben mir Fremde zweimal nicht geholfen. Daraus zu schliessen Köln wäre hartherzig und Düsseldorf barmherzig, wäre sicherlich falsch. Freunde helfen immer, egal ob in Köln, Düsseldorf oder in Moers.

Ich will es nicht auf die Spitze treiben, also mein Fazit:

Man kann in beiden Städten gut leben und gut mit den Leuten auskommen, was die eine Stadt nicht hat oder bietet, hat die andere. Das finde ich schön für uns Rheinländer, dass wir beides haben können.

                                          

         

 

                

    


   

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