Die Toten Hosen   

                 

        

 

Anfang der 80er trafen sich, der Legende nach, fünf junge Männer irgendwo in Düsseldorf, gründeten eine Band, gaben Konzerte, brachten Platten raus und lernten, ihre Instrumente zu spielen. In genau der Reihenfolge. Da vier Bandmitglieder Andreas hießen, legte man sich um Verwirrungen zu vermeiden, "Kampfnamen" zu: Campino (Andreas Frege, Gesang), Breiti (Andreas Breitkopf, Gitarre), Kuddel (Andreas von Holst, Gitarre), Andi (Andreas Meurer, Bass) und Wölli (Wolfgang Rohde, Schlagzeug). Für Wölli ist mittlerweile von Ritchie dabei.

 

 

 

 

 

Campino

Der Sänger und Musiker Campino ist die einflussreichste Leitfigur des deutschen Punk-Rocks. Mit seiner Band "Die Toten Hosen" erreichte er Kultstatus und gilt nach wie vor, mit zahlreichen Auszeichnungen als einer der gefeiertsten Musiker hierzulande - und das nach über 20 Jahren Bandgeschichte.

 

 

Frege

                               Breiti           Kuddel

                                   

 

                                        

 

 

Mit ihrem einfachen aber (politisch) engagierten Punk-Rock erspielten sich die Toten Hosen eine immer größer werdende Fangemeinde in der linksalternativen Szene. Die Fähigkeit der Hosen, mit drei Akkorden über Jahre hinweg immer wieder neue Generationen für ihre Musik zu begeistern, bescherte ihnen Millionen verkaufter CDs und diverse Spitzenplatzierungen in den Charts. Der Erfolg ist aber auch hart verdient: Zwischen 1982 und 1997 gaben die fünf Düsseldorfer 1000 Konzerte. Ob als Vorband von> U2 oder den Rolling Stones gemeinsam mit Green Day oder Therapy oder auch alleine - Hosen-Gigs heißen immer: Volldampf.

 

 

                    "Powerplay des Wahnsinns"                   

 

                                       

                

Rock 'n' Roll on Ice
Düsseldorf (taz) - Drei Finnen treffen sich in der Kneipe und, na was wohl, trinken. Fragt der Eishockey-Profi den Rock 'n' Roller: "Du spielst doch auch Eishockey?" Sagt der Rock 'n' Roller: "Ja, in einer Thekenmannschaft." Mischt sich der dritte, ein verdammt wichtiger Mann einer Mobilfunkfirma, ein: "Ich finde Eishockey auch toll." Und weil sich alle einig sind, wird dann erst noch mal ein Gläschen gehoben. Und noch eins. Und noch eins.

Das ist weder der Anfang eines schwermütigen finnischen Witzes noch ein schlapper schwedischer Kalauer über die zurückgebliebenen Söhne Suomis und schon gar nicht eine Szene des neuen Kaurismäki-Films. Es ist vielmehr der Nukleus des gigantischsten Benefizspektakels in der Geschichte des Eishockeysports. "Eishockey Super Bowl - Powerplay des Wahnsinns", heißt das Ding, das am 12. August im Eisstadion an der Brehmstraße in Düsseldorf losgekickt beziehungsweise -gepuckt wird. Als Herausforderer treten an: die "Knochenbrecher Düsseldorf"! Ihre Gegner werden die "Pietarinkadun Oilers" (frei übersetzt: "Die Kumpel aus der Petergasse") sein.

Klingt nach Thekenmannschaft und ist es auch. Denn das Team der Knochenbrecher wird um die Düsseldorfer Rock-'n'-Roll-Legenden. Die Toten Hosen formiert (plus DEG und Altinternationale), während in der anderen Mannschaft Finnlands berühmteste Band den vierten Sturm bildet, die Leningrad Cowboys. In den restlichen drei Reihen spielen ganz reale Stock-Götter wie Esa Tikkanen, Jari Kurri, Christian Ruuttu, Pavel Bure, Saku Koivo und Teemu Selänne - bestes NHL-Personal und amtierende Weltmeister. Ein ungleicher Kampf? Hosen-Gitarrist Breiti muß indigniert einräumen: "Ich habe noch nie auf Schlittschuhen gestanden. Mein persönliches Ziel ist es, solange wie möglich drauf zu bleiben und denen, die vorbeiwollen, kräftig einen mitzugeben." Sänger Campino: "Wir verstehen überhaupt nichts von Eishockey. Aber wir verstehen ja auch nichts von Musik und haben's da trotzdem zu was gebracht. Wenn wir das Spiel nicht gewinnen, dann wenigstens die anschließende Schlägerei."

Die finnische Gegenseite hat für solcherlei Kindergebrüll nicht mal ein müdes Lächeln übrig. "We gonna kick the shit out of the Toten Hosen's pants!" droht Mato Waltonen, Sänger der Leningrad Cowboys, mit tiefer ruhiger Stimme. "Das ist doch die Bedeutung von ,Tote Hosen`, oder?"                               Thomas Lötz

Übrigens: Das Spiel ging 11:10 für die Leningrad Cowboys aus......

 

 

 

 

 

Die Toten Hosen auf neuer Mission: Die Düsseldorfer Punkband hat eine Platte mit Weihnachtsliedern aufgenommen. Zwar sah sich das bischöfliche Ordinariat in Bayern schon einmal veranlaßt, eine Kirche neu zu weihen, nachdem die "Hosen" dort gespielt hatten. Doch dieser Jahre zurückliegende Zwischenfall konnte die Band nicht von der Produktion ihrer Weihnachtsplatte abhalten. Allerdings bringen die "Hosen" das neue Album unter ihrem Zweitnamen "Die Roten Rosen" heraus.

Die erste Single der Rosen erschien bereits 1983 und hieß Schöne Bescherung, 1987 folgte dann ihr erstes Album Never mind the Hosen - Here's die Roten Rosen mit 13 hammergeilen Coverversionen von Schlagern sowie die Singles "Im Wagen vor mir" und "Alle Mädchen wollen küssen", noch im selben Jahre steuerten die Rosen die Urversion von Frohes Fest auf dem Sampler How much more Black can in be bei. 1993 erschien Das Live-Bootleg Frohes Fest, 1996 die Live-Bootlegs Süßer die Hosen nie Klingen und Alle Jahre wieder, 1998 war das Grosse Weihnachtssingen und Das Weihnachtskonzert (beides Live-Bootlegs), im selben Jahr folgte das Album Wir warten auf's Christkind und die Singles Weihnachtsmann vom Dach und Auld lang Syne.

 

 

 

                                                         

                                                                                                                                                                                                                               

         

Biografie von Campino
 

Campino wurde am 22. Juni 1962 als Andreas Frege in Düsseldorf geboren.

Seit er 16 Jahre alt war, stand der Punker auf der Bühne. 1982 gründete Campino aus zwei Düsseldorfer Punk Bands, "KZ" und "KFC", seine eigene Band "Die Toten Hosen".
Mit Campino waren in der Band: Andreas "Breiti" Breitkopf, Kuddel (eigentlich Andreas von Holst), Andreas "Andi" Meurer und Trini Trimpop.

Die erste Single der Band kam 1983 auf den Markt und avancierte schon bald zum Klassiker. "Eisgekühlter Bommerlunder" prägte das Image der Band um Campino als Sauf- und Rauf-Combo. Noch im gleichen Jahr kam die erst LP "Opel-Gang" auf den Markt.

"Die Toten Hosen" gingen auf Tournee und mieteten sich als Unterstützung das selbsternannte Heino-Dubel Norbert Hähnel an. Dem echten Heino passte das gar nicht, was zu einer Klage gegen den falschen Heino führte.

Nach dem zweiten Album der Band "Unter falschen Flaggen" verließ Trini Trimpop die Band als Schlagzeiger und wurde stattdessen ihr Manager. Neuer Schlagzeuger wurde Wolfgang "Wölli" Rohde.

Campino und seine Mannen bezogen politisch wie sozial Stellung und spielten beispielsweise auf dem Anti-Atom-Festival in Wancksdorf. Es folgte eine weitere Tour und 1987 das nächste Album. Hier brachte die Band erstmals ihr Psyeudonym "Die Roten Rosen" ins Spiel.

Das war vor allem deshalb nötig, da die Musik auf der LP "Never Mind The Hosen" nichts mehr mit der Musik der "Toten Hosen" gemeinsam hatte. Vielmehr wurden der deutsche Schlager seiner Unschuldigkeit beraubt. Nicht nur die Band, sondern auch die einzelnen Bandmitglieder gaben sich für diese Scheibe Decknamen, so wurde aus Campino "Judas Inocenti".

1988 schafften "Die Toten Hosen" den endgültigen Durchbruch mit dem Song "Hier kommt Alex" und dem Album "Ein kleines bisschen Horrorshow". Der Song wurde für die Bühnenfassung von "A Clockwork Orange" verwendet und war die erste Single der Band, die es in die Charts schaffte.

Ihre Liebe zu Fußball und vor allem zu ihrem Heimatverein Fortuna Düsseldorf machten "Die Toten Hosen" immer wieder zum Thema. Beispielsweise gingen 1989 pro verkauftem Konzert-Ticket eine Mark als Spende an den Verein.

Einen Jugendtraum erfüllte sich Campino als er mit seiner Band 1991 das Album "Learning English, Lesson 1" einspielte. Hier musizierte er mit Idolen wie TV Smith, Jonny Thunders und anderen. Tragisch war, dass Punk-Ikone Jonny Thunder 24 Stunden nachdem er "Born To Lose" eingesungen hatte, starb.

Im gleichen Jahr machten sich "Die Toten Hosen" auch auf den Weg nach Rio de Janeiro, wo sie den legendären Posträuber Ronald Biggs trafen, mit ihm einen Song aufnahmen und viel Spaß hatten. Der Legende nach bis zu dem Tag, an dem Campino eine Treppe in Biggs´ Haus mit seinem Mageninneren verunreinigte.

Als Ende 1992 der Song "Sascha... Ein aufrechter Deutscher" erschien, geriet Campino mit seiner Band zwischen die Fronten der politischen Linken und der Rechten. Das Lied, welches sich gegen Ausländerhass richtete, wurde von einigen Kritikern wohl absichtlich falsch interpretiert. Dies hatte zur Folge, dass der Titel heftig diskutiert wurde. Einen Teil des Verkaufserlöses spendete die Band an Asylbewerberheime.

Mitte der 90er Jahre erreichten "Die Toten Hosen" einen weiteren Höhepunkt ihrer Karriere. Es erschienen nacheinander die LP "Kauf Mich", die Best-Of "Reich & Sexy" und die engliche Version davon, "Love, Peace and Money". Damit hatte die Band um Campino drei Alben gleichzeitig in den Charts.

Die Band spielte inzwischen auf der ganzen Welt, so auch in Russland und mit "Green Day" in den USA.


Neben ihrer Fußballbegeisterung wagten sich Campino und seine Männer 1995 auch an Eishockey heran. Gegen die Musikerkollegen der "Leningrad Cowboys" setzte es aber eine knappe 11:10 Niederlage.



1995 gründete Campino mit den "Toten Hosen" das eigene Label "JKP", welches als erste Veröffentlichung die neue Scheibe der Band, "Opium fürs Volk", auf den Markt brachte. Sie schaffte Platz eins in den Charts und brachte der Band eine Strafanzeige ein. Grund dafür war die Textzeile im Song "Bonnie & Clyde": "Wir schießen 2,3,4,5 Bullen um, wenn es nicht mehr anders geht." Die Bullen wurden bei Konzerten nun durch Kühe ersetzt.

Die erfolgreichste Single der Band war 1996 "10 kleine Jägermeister". Der Song, bezeichnenderweise wieder ein Trinker-Lied, hielt sich mehrere Wochen auf Platz eins der Charts. Nach diesem größten Erfolg folgte für Campino und seine Band eine der schlimmsten Stunden.

Am 28.6.1997 spielten "Die Toten Hosen" ihr 1000. Konzert, natürlich in ihrer Heimatstadt Düsseldorf. Nach 30 Minuten kam der Schock, als die Security die tote Rieke Lax aus dem Publikum zog. Sie war erdrückt worden und starb nicht wie zuerst angenommen an Drogen oder Alkohol. Das Konzert wurde trotzdem fortgesetzt, da bei einem Abbruch Randale befürchtet worden wären.

Campino dachte sogar daran, seine Karriere zu beenden, kehrte aber nach einer Pause auf die Bühne zurück. Es folgte das "Rote Rosen"-Album "Wir warten aufs Christkind" und 2000 das "Tote Hosen"-Werk "Unsterblich".

Campino wurde in den letzten Jahren zunehmend mit der Kritik bedacht, seine Musik würde nichts mehr mit Punk zu tun haben. Derartige Meinungen ließen ihn aber weitgehend kalt. In seinen Konzerten mit den "Toten Hosen" stellte er auch nach 20 Jahren Bandgeschichte noch unter Beweis, aus welchem Holz er geschnitzt war.

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